Hund und Arthrose

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Mehr Hunde, als vielleicht angenommen, leiden im fortlaufenden Alter an Arthrose. So kann eine nicht erkannte oder nicht behandelte Hüftdysplasie im Alter ein Grund für eine Hüftarthrose sein. Unsere Beobachtungen zeigen diesbezüglich eine steigende Anzahl an Hunden, die bei uns mit Arthrose vorgestellt werden.  Wir wollen hier ein paar Möglichkeiten aufzeigen, wie man dieser Erkrankung beikommen kann. Wir berichten an dieser Stelle von unseren Erfahrungen mit einigen Therapieansätzen, welche wir regelmässig im Falle von Arthrose einsetzen oder empfehlen.   Wir nehmen uns auch hier, in diesem Falle, wieder viele Ansätze der Humanmedizin zur Hilfe, da wir damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Unser Orthopäde und Sportmediziner hat diesbezüglich ein Behandlungskonzept aufgebaut, mit welchem wir sehr gute Erfahrungen machen durften. Vorab sei noch angemerkt, dass wir in diesem Zusammenhang auch Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel erwähnen werden. Wir stehen in keinerlei Beziehung zu einem der genannten Hersteller. Nun also zu unseren Behandlungsansätzen, welche je nach Grad der Arthrose einzeln oder in Kombination anzuwenden sind. Intermuskuläre Koordination und Propriozeption Die intermuskuläre Koordination lässt sich vereinfacht als das Zusammenwirken verschiedener Muskeln bei einem gezielten Bewegungsablauf beschreiben. Die Propriozeption ist die Wahrnehmung von Körperbewegung und -lage im Raum. Wir trainieren mit den Tieren dieses Zusammenwirken mit speziellen Hilfsmitteln wie das ANI-SWING. Hierbei handelt es sich um eine instabile Plattform, welche in alle Richtungen beweglich ist und sowohl die intermuskuläre Koordination als auch die Propriozeption verbessert. Mit ein wenig handwerklichem Geschick lassen sich solche beweglichen Untergründe selber nachbauen. Besonders bei Arthrose im Anfangsstadium haben wir mit dieser Form der Therapie, eigentlich ein Training, sehr positive Erfahrungen gemacht. Durch die verbesserte Steuerung der Gelenke, einer besseren Körperhaltung als auch dem verbesserten Zusammenspiel der stützenden Muskulatur am Gelenk, werden die Gelenke entlastet und damit Strukturen wie auch der Knorpel im Gelenk weniger stark belastet oder verschlissen. Lasertherapie Besonders in der Humanmedizin, namentlich in der Orthopädie als auch in der Sportmedizin, hat sich die Lasertherapie, auch Low-Level-Laser-Therapy, bewährt. Hierbei handelt es, im Gegensatz zu den chirurgischen Lasern, um Laserstrahlen welche nicht das Gewebe "verdampfen". Die Leistung ist in einem Bereich angesiedelt, welche keine entsprechende Hitze erzeugt oder die Impulse sind derart kurz, dass diese Gewebedeformation gar nicht entstehen kann. Die Behandlung mit einem modernen Laser ist absolut schmerzfrei und zeigt kaum unerwünschte Effekte, sofern richtig angewendet. Das regensburger Ärztenetz schreibt treffend dazu (Auszüge): "Studien zeigten, dass sich mit der Lasertherapie bei 3 von 4 Patienten auch mit chronischen Beschwerden am Bewegungsapparat gute bis sehr gute Resultate erzielen lassen. Umso bemerkenswerter ist diese hohe Erfolgsquote, weil studienbegleitend bei den Patienten keine weiteren flankierenden Maßnahmen, z.B. Medikamente oder Krankengymnastik, durchgeführt wurden." Die Lasertherapie hat sich bei der Behandlung akuter und chronischer Schmerzzustände, besonders bei Arthrose, seit Jahren erfolgreich bewährt. Wir setzen bei uns Laser ein, welche bis zu 270 Watt Leistung haben, diese aber sehr in sehr kurzen und sicheren Impulsen ins Gewebe "schiessen". Glucosamin Gehen wir vorerst auf den Wirkstoff Glucosamin, resp. Glucosaminsulfat ein. Glucosaminsulfat gehört zu den Mucopolysacchariden und ist ein wesentlicher Baustein von Knorpelstrukturen. Glucosaminsulfat fördert den Einbau von Schwefel in Knorpelstrukturen. Glucosamin zeigt ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung. Sehr interesant bezüglich Glucosamin ist auch ein Bericht aus er Ärztezeitung vom 15.5.2008. Wir zitieren: "In mehreren Langzeitstudien, in denen Patienten mit Gonarthrose drei Jahre lang mit Glucosaminsulfat, Paracetamol oder Placebo behandelt worden waren, zeigten sich ebenfalls symptommodifizierende Wirkungen von Glucosamin auf Schmerz und Funktionsstörung. In der Glucosamin-Gruppe habe sich zudem die Weite des Gelenkspalts im Knie eher vergrößert. Dies deute auf einen strukturmodifizierenden Effekt hin." "Gonarthrose-Patienten, die drei Jahre mit Glucosaminsulfat behandelt worden waren, benötigten in den folgenden fünf Jahren seltener einen endoprothetischen Kniegelenkersatz als Patienten der Placebo-Gruppe (6,3 versus 14,5 Prozent)." Auch wenn die Gabe von Glucosamin teilweise kontrovers diskutiert wird, wir können von unserer Seite aus diese Beobachtungen bestätigen. Magnet-Resonanz-Therapie (MRT) Die MRT ist eine Behandlungsmethode, bei der die aus der Diagnostik bekannte Magnetresonanztomographie, auch als Kernspintomographie bekannt, therapeutisch eingesetzt wird. Das Verfahren zielt auf die Reaktivierung von Stoffwechselprozessen in den Zellen, um auf diese Weise die Regeneration von defektem Knorpel- und Knochengewebe zu ermöglichen.Die MRT wurde aufgrund von Beobachtungen entwickelt, bei denen Patienten nach einer Untersuchung im bildgebenden MRT von nachlassenden Schmerzen in den Gelenken berichteten. Forscher entwickelten daraufhin die Behandlung, bei der mit einer wesentlich geringeren Feldstärke als in der MRT-Diagnostik gearbeitet wird. Diese Beobachtungen können wir ebenfalls bestätigen und setzen diesen Therapieansatz auch in der Regel mit ein. Der Deutsche Orthopädenverband berichtet diesbezüglich wie folgt: "Zur Wirksamkeit der KernspinResonanzTherapie wurden bereits zahlreiche Studien an renommierten Universitäten und Forschungsinstituten in Deutschland und Österreich durchgeführt und zunehmend Studien, die den Evidenzkriterien medizinischer Wissenschaften genügen. Die Therapie kann eingesetzt werden bei arthrotischen Beschwerden im Schulter- und Ellbogengelenk sowie in den Hand- und Fingergelenken, bei arthrotischen Beschwerden im Hüft- und Kniegelenk sowie in den Fuß- und Sprunggelenken (Stadium I – III nach Wirth), Beschwerden des Bandapparates und Sehnenansatzbeschwerden (z.B. Tennisarm), Meniskusbeschwerden, Arthrosen der kleinen Wirbelgelenke, Verschleißerkrankungen der Bandscheiben und Sportverletzungen (Bänder und Sehnen). Ärzte und Fachanwender sprechen von einer statistisch ermittelten Erfolgsquote der Therapie von gut 75 Prozent. Bei erfolgreich behandelten Patienten kommt es zu einer deutlichen Schmerzlinderung bis hin zu völliger Schmerzfreiheit und zu einer Funktionsverbesserung der behandelten Gelenke. Die Therapie ist sehr gut in ganzheitliche Konzepte integrierbar und problemlos zu kombinieren mit anderen Therapien und Heilmethoden." Diesen Behandlungsansatz setzen wir ebenfalls sehr gerne ein. Müssen aber anmerken, dass es sich hierbei um eine langfristige Therapieform handelt. Sie ist also, im Vergleich zur Lasertherapie, mit mehr Anwendungen verbunden. Arthrovet plus Schlussendlich wollen wir noch auf ein Medikament eingehen, von dessen Wirkung wir ebenfalls überzeugt sind. Es handelt sich dabei um das Medikament Arthrovet plus von CP Pharma. Bei einer Vielzahl von Hunden haben wir schnelle und anhaltende Verbesserungen, insbesondere in Sachen Schmerzen, feststellen dürfen. Hier die Produktbeschreibung: "Arthrovet Plus unterstützt durch seine einzigartige, natürliche Zusammensetzung die physiologische Funktion der Gelenke und den Knochenaufbau. Arthrovet Plus verlangsamt den Alterungsprozess der Gelenke, indem es den natürlichen Ionenhaushalt des Knochengewebes günstig beeinflusst und dem Knochen- und Sehnengewebe wieder Stabilität und Elastizität verleiht. Pflanzliche Antioxidantien schützen die Zellen darüber hinaus vor schädlichen Einflüssen. Schwache Gelenke werden wieder kräftig und belastbar, geschädigte Gelenke werden optimal in der Heilung unterstützt. Arthrovet Plus ist somit besonders hilfreich nach Knochenbrüchen und chirurgischen Eingriffen, bei Abnutzungserscheinungen an Gelenken, bei Wachstumsstörungen oder bei Zuchthündinnen in der letzten Phase der Trächtigkeit." Wir können unsererseits dieses Medikament durchaus empfehlen. Bewegung Zu oft wird dem Hund bei Arthrose quasi Ruhe verordnet. Wir können Hundehalter verstehen, die aus Mitleid mit ihrem Vierbeiner anfangen, auf Bewegung zu verzichten. Das ist aber in der Regel schlecht für den Hund und sein unterversorgtes Gelenk! Da Knorpel nicht durchblutet wird findet die Versorgung durch Bewegung statt. Man muss sich die Knorpelversorgung wie ein Schwamm im Wasser vorstellen. Die Flüssigkeit im Gelenk wird durch ständige Belastung und Entlastung durch den Knorpel quasi aufgesogen und versorgt ihn mit den notwendigen Nährstoffen. Ohne Bewegung findet also nur eine schlechte Versorgung mit sehr wichtigen Stoffen statt, welche den Knorpel am Leben erhalten. Insofern ist eine gut dosierte Bewegungstherapie angesagt.  Wir hoffen, dass einige dieser Tipps hilfreich sind.