Kolik beim Pferd - Diagnose oft unzureichend!

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Aus gegeben Anlass heute ein Artikel zum Thema Kolik beim Pferd. Ein Thema, das bei manchem Pferdebesitzer eine gewisse Angst auslöst. Zu Recht! Wie wir in den letzten Tagen selber erfahren durften, wird zu oft seitens der Tierärzte keine ausreichende Diagnostik betrieben. Zu schnell wird ein Verdacht in Richtung Krampfkolik geäussert. Im schlimmsten Falle kann dies zum Tode des geliebten Vierbeiners führen. Denn nicht immer ist das, was auf den ersten Blick wie eine Krampfkolik aussieht, auch tatsächlich nur eine "banale" Kolik. Gerade bei älteren Pferden, aber nicht nur bei diesen, kann die Kolik auch eine weitaus schlimmere Ursache haben. Bei einem aktuellen Fall wurde seitens des Tierarztes nicht ausreichend diagnostiziert. Ausser einer visuellen Begutachtung und der Überprüfung von Herz- und Kreislauf, wurden keine weiteren Untersuchungen getätigt. Zwei Injektionen, genauer eine Injektion gegen die Schmerzen sowie eine zur Unterstützung des Kreislaufs, sonst wurde nichts weiter unternommen. Nur der nachfolgenden Beobachtungen der Tierbesitzer ist es zu verdanken, dass das Pony heute noch lebt. Nachdem die Schmerzen scheinbar nicht nachgelassen haben und das Pony im laufe der darauffolgenden Stunde weiterhin starke Symptome zeigte, wurde das Pferd in den Anhänger verfrachtet und in der Pferdeklinik vorgestellt. Dort wurde festgestellt, dass die Ursache für die Kolik eine Darmverschlingung, hervorgerufen durch ein Lipom, ist. Insgesamt wurden bei einer Notoperation zwei Meter des Dünndarms entfernt. Wäre das nicht geschehen, dann würde das Pony heute nicht mehr leben. Nun stellt sich die Frage, was hat die Klinik im Vergleich zum Tierarzt anders gemacht? Ausschlaggebende Untersuchung war eine Bildgebung mittels Ultraschall. Sofort konnte festgestellt werden, dass der Dünndarm das primäre Problem ist. Dass es sich mit grösster Wahrscheinlichkeit um eine Verschlingung handelt, konnte nicht sofort erkannt werden, eine Öffnung des Bauchraumes erschien aber zur genauen Diagnose unumgänglich. Heute geht es dem Pony den Umständen entsprechend gut. Welche Schlussfolgerungen kann man daraus ziehen? Im Falle einer Kolik sollte vom Tierarzt immer eine Ultraschall-Untersuchung gefordert werden. In der Regel haben Tierärzte solche Gerätschaften und können dies auch ausserhalb der Praxis. Das Unterlassen einen solchen Untersuchung muss als fahrlässig betrachtet werden. Machen Sie Ihren Tierarzt hierauf aufmerksam und verlangen Sie ein Ultraschall. Es kann dem Pferd das Leben retten!

Wenn Tiere Tiere heilen - Blutegel und ihre vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten

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Vielen Tierhaltern fällt die Entscheidung für eine Blutegeltherapie nicht leicht, da sie beim Anblick der kleinen Helfer zwischen Faszination und Ekel hin- und hergerissen sind. Fragt man jedoch die Tiere, dann wissen diese instinktiv, dass ihnen die Therapie sehr gut tut. Die Behandlung wird fast immer sehr gut toleriert, die Tiere entspannen während der Behandlung (sogar Katzen! ). Wenn man sich das Wirkspektrum der Blutsauger ansieht, dann kann man leicht sehen, dass man damit eine ganze Palette schulmedizinischer Präparate reduzieren bzw. darauf verzichten kann. Eine gute Absprache zwischen Tierarzt und Blutegeltherapeut ist dafür unerlässlich. Die Blutegeltherapie wirkt wie ein kleiner Aderlass, fördert die Durchblutung, fördert den Lymphstrom, wirkt enttündungshemmend, wirkt schmerzstillend und hat eine teilweise antibiotische Wirkung. Ein bisschen Geduld braucht man für die Blutegeltherapie, da der Saugakt zwischen 30 Minuten bis zu 2 Stunden dauern kann. Aber diese Geduld wird belohnt, denn oft spüren die Tiere schon nach der ersten Sitzung eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden. Wofür kann man die Blutegeltherapie einsetzen? Hunde: Arthrose, Dackellähme, Entzündungen der Gesäugeleiste, ED/ HD, Leckekzem, Ohrekzem, Nervenentzündungen, schlechte Wundheilung, Narbenbildung, Spondylose, Sehnenentzündungen, Blutohr Katzen: Abszesse, Bandscheibenprobleme, Ekzeme, Gelenkentzündungen, Hämatome, Nervenentzündungen, Entzündungen der Gesäugeleiste. Ödeme, Wundheilung Pferde: Sehnenentzündungen, Hufrollenentzündung, Kreuzbandverletzungen, Kreuzverschlag, Gelenkgallen, Hufrehe, Arthrose, Mauke, Nervenentzündungen, Sattel- und Gurtdruckstellen, Euterentzündungen, Hämatome, Wundheilung, Hautveränderungen aller Art

Ibuprofen, Diclofenac und andere NSAR nur auf ärztlichen Rat hin verabreichen! (Tipps aus der Humanmedizin)

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Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wurden bis heute stets mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko in Verbindung gebracht. Ob aber ein direkter Zusammenhang zwischen der Gabe von NSAR und einer Herzerkrankung bestehen kann, war nicht ausreichend erforscht. In einer neuen, im European Heart Journal – Cardiovascular Pharmacotherapy veröffentlichten Studie wurde nun aber nachgewiesen, dass sich beim Menschen dieses Risiko nach der Einnahme von Diclofenac um 50%, bei Ibuprofen um 31% erhöht.Das dürfte in gleicher Weise auch für Tiere zutreffen! „Die Ergebnisse erinnern uns deutlich daran, dass NSAR nicht ungefährlich sind“, sagte Professor Gunnar H. Gislason, Professor für Kardiologie am Copenhagen University Hospital Gentofte, Dänemark. „Diclofenac und Ibuprofen, die beides häufig eingesetzte Medikamente sind, waren mit einer signifikanten Zunahme des Risikos einer Herzerkrankung assoziiert. NSAR sollten vorsichtig und für eine berechtigte Indikation angewendet werden. Sie sollten bei Patienten mit kardiovaskulärer Erkrankung oder vielen kardiovaskulären Risikofaktoren wohl eher vermieden werden.“ Typische NSAR, welche in der Tiermedizin häufig vorkommen, sind auch Meloxicam (z.B. Metacam) oder Phenylbutazon (z.B. Ambene). Hier dürfte die Lage nicht besser sein.